Zehn Tage Höhlentauchen im Lot, Frankreich – Auch dieses Jahr im Oktober war eine kleine Gruppe an PATD-Tauchern, bestehend aus Mathias Beck, Stefan Gaar, Volker Herholt und Marvin Keiffer, unterwegs im Lot.
Das Ziel: verschiedene Höhlen betauchen, neue Eindrücke sammeln, Fachsimpeln und vorallem Spaß haben. Die Bedingungen waren allerdings durchwachsen bis bescheiden. Zwar waren alle Höhlen grundsätzlich tauchbar, doch die Sichtverhältnisse ließen zu wünschen übrig und meist fand man trübes, milchiges Wasser vor. Das hielt die Gruppe jedoch nicht davon ab, verschiedenste Höhlen anzusteuern und auch zu tauchen.
Der Auftakt zum Aufwärmen erfolgte in der Trou Madame. Bei extremem Niedrigwasser wurde die benötigte Ausrüstung das Flussbett hoch und (zu weit) in die Höhle hineingetragen, geschoben und gezogen. Dafür wurde man mit defekter Ausrüstung und milchiger Sicht belohnt. Während Volker und Marvin sich auf die ersten beiden Sumps konzentrierten, scooterten Stefan und Mathias noch ein paar Meter weiter und genossen die an sich doch sehr schöne Höhle.
Ein geplanter Videodreh mit Scootern in der Cunhac scheiterte an den Bedingungen. Die Sicht war leider so schlecht, dass keine brauchbaren Aufnahmen entstanden. Als Ausgleich wurde eine nahegelegene Trockenhöhle besichtigt – eine willkommene Abwechslung. Hier konnte kein trübes Wasser die Sicht vermiesen und man sah, soweit die Lampe reichte. Und nach der Tour Untertage einem anstrengenden Aufstieg am Seil, schmeckt das Essen und Bier fast noch besser.
Am Mittwoch teilte sich das Team auf, um hoffentlich der trüben Brühe zu entkommen. Mathias und Stefan fuhren nach Norden zur Oeil de la Doue. Dort war das Wasser zwar glasklar – nur leider kaum vorhanden. Der Aufwand, dort zu tauchen, hätte selbst die Trou Madame wie einen bequemen Einstieg wirken lassen. Auf dem Rückweg fanden sie in der Finou niedriges, aber immerhin klares Wasser.
Weit im Süden hatten es Volker und Marvin besser getroffen. Sie erkundeten die Cozul Bleu im Département Tarn und fanden dort perfekte Bedingungen vor.
Am nächsten Tag kehrte das gesamte Team zurück. Stefan und Mathias, für den es das erste Mal in dieser schönen Höhle war, erkundeten rund 300 m der Höhle, während Volker und Marvin fast das Ende der Leine erreichten. Die Cozul Bleu überzeugte durch abwechslungsreiche Strukturen und gute Sicht – ein seltener Lichtblick auf dieser Tour.
Ebenfalls, eigentlich wie immer, mit guter Sicht aber sehr wenig Wasser, präsentierte sich die Marchepied. Auch hier tauchten Marvin und Volker zunächst bis zum Ende von Sump 1 und schauten sich ein wenig den Trockenteil zwischen Sump eins und zwei an. Vor allem aber ging es darum, es sollten endlich mal halbwegs ordentliche Bilder entstehen. Nachdem in der Vergangenheit vor allem eindrucksvolle Aufnahmen schwarz gekleideter Taucher vor fast schwarzem Hintergrund einen gewissen Spielraum für Interpretation bzgl der Qualität des Bildes ließen, wollten wir es diesmal mit etwas mehr Licht versuchen. Während dieses ersten Tauchgangs ging es also vor allem auch darum, Plätze zu suchen, die uns für ein Shooting geeignet erschienen und die anschließende Oberflächenpause für eine entsprechende Planung zu nutzen. Erstmalig haben wir dann also Bojen in der Höhle gesetzt, die so installierten Deckenleuchten und die Positionierung weiterer Lampen, haben dann tatsächlich zu einigen wirklich brauchbaren Bildern geführt. Ok, an Wettbewerben sollten wir diesbezüglich nach wie vor nicht teilnehmen. Aber wer weiß, eines Tages kommt vielleicht auch noch eine Kamera, die anders als die verwendet Gopro nicht älter als Marvin ist und alle Spötter werden verstummen.
Zu guter Letzt und nachdem es in den letzten Jahren nie funktioniert hat, betauchten wir, Marvin und Volker, dann auch endlich einmal die Finou. Was sich hinter diesem unscheinbaren Tümpel im Wald verbirgt konnten wir leider in weiten Teilen mangels brauchbarer Sicht nur erahnen. Dennoch, auch das war schon beeindruckend und schreit nach einer Wiederholung. Dann wissen wir auch, wenn man der Leine durch die Engstelle folgt, anstatt der Leine die daran vorbeiführt, weiß man, warum man das mit der Blindmaske im Kurs so ausgiebig übt. Wenn man an der 2 taucht, weiß man dann auch, es macht Sinn sich rechtzeitig wieder Richtung Leine zu orientieren, wenn der Vordermann solche Experimente macht. Den Trockenteil konnten aufgrund großzügigem CO2 Gehalt leider nicht so ausgiebig erkunden wie wir uns das vorgenommen hatten, aber auch dafür gilt; wir kommen wieder! Um dann für den letzten Tauchgang unseres Aufenthalt auch wirklich noch einmal deutlich zu machen, dass wir diesmal nicht ganz so viel Glück mit den Umständen hatten, verabschiedete sich beim Aufdrehen der Sidemountflaschen auch noch ein Oring vom MD-Schlauch an Volkers Longhose. Eine gewisse Erleichterung über eine konservative Gasplanung lies sich an der Stelle nicht verhehlen, vor allem weil es zunächst im völligen Blindflug zurück ging, dank unseres umsichtigen Verhalten beim Ausstieg und in der Engstelle ?
Abseits des Tauchens wurde die Zeit sinnvoll genutzt: Es wurde die Sonne genossen, gemütlich im Fluss gelegen, und vielleicht auch das ein oder andere französische Bier getrunken. Zudem war die Reise Kulinarisch ein voller Erfolg. Ich kann jedem nur empfehlen, zwei Leute mitzunehmen, die gerne kochen ?. Besonders der Kaiserschmarrn stach hervor und wurde schnell zum inoffiziellen Highlight der Woche.
Insgesamt war die Tour geprägt von Flexibilität, Teamgeist und der Fähigkeit, aus jedem Tag das Beste zu machen – sei es unter Wasser, am Flussufer oder beim Abendessen.