Abenteuer über Wasser

Ein alten Sprichwort sagt: Ein Abenteuer ist das Ergebnis schlechter Planung. Und dass trifft sogar auf PATD-Taucher und Tauchlehrer zu. Aber nur über Wasser. Unter Wasser war der Kurztrip von Katrin Dessin, Lutz Ahlborn, Vinz Kessler und Marcus Döring in die französische Höhlentauchregion Ardèche ein volle Erfolg und kein Abenteuer. Schließlich legt PATD in der Ausbildung ja auf perfekte Planung des Tauchgangs größten Wert. Und wenn vier so erfahrene PATD-Höhlentaucher zusammen unterwegs sind (Katrin und Marcus sind PATD-Höhlentauchleher), gibt es in der Planung des Tauchgangs keine Raum für Abenteuer. Die Abenteuerkomponente ergab sich wie gesagt über Wasser. Ein platte Reifen gehört leider zu den fast regelmäßigen aber unplanbaren Begleiterscheinungen von Höhlentauchreisen, da viele Höhlen ab der normalen Verkehrswege liegen und nur über teils abenteuerliche Feldwege zu erreichen sind. Und da Höhlengegenden allgemein sehr felsig sind und das höhlenbildende Gestein eher scharfkantig ist, geht manchem Reifen dann auch mal die Luft aus. Ähnliches trifft auch auf die Trockentauchanzüge zu. Wenn man beim An- und Ausziehen des Anzuges auf dem felsigen Untegrund nicht aufpasst, kann man sich schnell ein kleines Loch in den Anzug machen, was dann beim Abtauchen in der Regel schnell und deutlich spürbar ist. Ebenfalls nicht planbar ist das Eigenleben des Rebreathermundstückes (BOV). Dieses machte sich beim Transport kurz selbstständig und klopfte an Katrins Kopf an. Trotz gestrickter "Schutzmütze" gab es eine kleine Platzwunde und somit eine Tauchpause von einem Tag für Katrin.
Ungeachtet all dieser Widrigkeiten wurde aber das geplante Programm über Wasser erfüllt. Es stand nämlich etwas "scouting" auf dem Programm, also das "Aufklären" von bisher persönlich unbekannten Höhlen. So wurde mittels SRT-Seiltechnik in den sehr eindrucksvollen, fast 30 m tiefen Trockenschacht der Réjémadou abgeseilt. Hier beginnt dann eine schöne Tauchstrecke, die aber ein logistischer Alptraum ist, da die gesamt Tauchausrüstung ebenfalls abgeseilt und später auch den Schacht wieder hochtransportiert werden muss. Da die Réjémadou ja mitten in das System trifft, wurde natürlich auch dem Ausfluss des Systems, der Bourbouillet ein Besuch abgestattet und die Position für zukünftige Besuche per GPS gespeichert.

Unter Wasser war es dann bei den diversen Tauchgängen, unter anderem natürlich in der Tannerie, schon "fast" langweilig, weil hier aufgrund der guten Ausbildung und Planung alles perfekt ablief. Bei angenehm hohem Wasserstand und sehr guten Sichtbedingungen statteten Vinz und Marcus dann dem 3. Sumpf der Marnade einen Besuch auf einer Tiefe von 136m ab. Wer diese Höhle kennt, es müssen zunächst zwei relativ flache Sümpfe (35 und 8 m) und eine mehrere hundert Meter lange Schwimmstrecke überwunden werden, weiß ob der Herausforderungen, die sich gerade nach einem solchen Tauchgang dekompressionsmäßig auf dem Rückweg ergeben. Darüber hinaus ist ein Tauchgang auf 136 m mehr als einen Kilometer von Licht und Luft entfernt auch nicht gerade eine Sonntagsspaziergang.

Ebenfalls perfekt geplant, denn auch das ist ein Bestandteil der PATD Höhlenausbildung, war die Verpflegung über Wasser. Während der Kurse achten die Tauchlehrer nämlich auf einen "abwechslungsreiche" Ernährung der Kursteilnehmer, so dass diesen beim nächsten Besuch diverse Restaurant, Supermärkte und Bäcker bekannt sind. Gerade bei der leckeren französischen Küche ein wichtiger Teil der oberflächen-bezogenen Praxisausbildung. Den Höhlentauchen verbrennt viele Kalorien und die müssen unbedingt nachgefüllt werden.

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