PATD-Taucher:
Bernd Aspacher und viele mehr ...
Es geschah im Jahre 1864, an einem nebeligen Tag.
Das Schaufelradschiff "Jura" war
unterwegs auf dem Bodensee, ebenso die "Zürich"
dummerweise
beide auf Kollisionskurs. Als der Steuermann der
Jura das Unglück kommen sieht,
reisst er das Ruder voll in den Anschlag, dennoch
bohrt sich die Zürich im spitzen Winkel
steuerbords in den Bug - und die Jura sinkt.

Ein Schwesterschiff der Jura fährt heute noch
auf dem Bodensee
Heute zählt die Jura zu den
schönsten und sichersten Tauchplätzen im
Bodensee,
auch wenn hier zwei Tücken auf den Taucher
warten. Die erste Tücke ist der Abstieg.
Das Wasser ist auf den ersten 20m relativ trübe
mit wenig Sicht und es gibt außerdem
Ankerseil keine Sichtreferenz. Beim freien
Abstieg ohne Sicht hat deshalb auch einige
Taucher an dieser Stelle schon heftig der
Tiefenrausch geplagt,
obwohl die tiefste Stelle nur 39m beträgt.
Erreicht man den Grund dagegen klaren Sinnes, so
kann man ein wunderschönes Wrack entdecken.
Der Bug zeigt noch stolz Schnitzereien. Folgt man
im Urzeigersinn, so kommt man an die Stelle,
wo sich die Zürich wie ein Keil in die Jura
gebohrt hat.
Weiter hinten findet sich eine kleine Kabine, Kajüten,
der Kamin und die starken Kurbelwellen des Motors.
Diese trieben zwei seitlich angebrachte Schaufelräder
an, welche heute noch gut zu sehen sind.

Ebenfalls gut erhalten ist die Heckreling mit
Fahnenmasten und der Ruderanlage,
die immer noch voll eingeschlagen ist. Wer eine
Wrack- oder Höhlenausbildung hat,
kann auch in die Kajüten oder die große
Ladeluke vordringen.
Hier wartet jedoch die zweite Tücke auf den
Taucher, die Kreidesedimente.
Ein falscher Flossenschlag, ein falscher Griff,
und schon schießen die Schlammwolken nach oben
und rauben einem jegliche Sicht.
Doch auch wer nicht in das Wrack eindringt, kann
einen wunderbaren Tauchgang erleben.
Einige Leser werden sich nun fragen, was solch
ein Bericht bei einem Verband
für technisches Tauchen zu suchen hat.
Ich denke, dass die Jura ein sehr schöner und
sehr sicherer Tauchplatz ist
(keine Steilwände, nirgends tiefer als 40m), der
besonders für das Tauchen mit Nitrox geeignet
ist.
Da man sich im Durchschnitt auf 35m Tiefe aufhält,
passt das Standardgemisch EAN32 ideal.
Ein Sauerstoffpartialdruck von 1.6 bar wird nie
erreicht, im Durchschnitt liegt er bei 1.45 bar.
Während der Lufttaucher eine Nullzeitgrenze von
11 Minuten hat,
kann der Nitroxtaucher 19 Minuten in der Tiefe
bleiben, ohne Dekompressionsstopps einlegen zu müssen.
Dieser Zeitgewinn lohnt sich an der Jura allemal
!

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