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http://vimeo.com/28115830
 
Fontaine de Vaucluse
 
 

Fontaine de Vaucluse 2011

von Ekkehard Müller

Als wir auf der Rhone-Autobahn nach Süden fuhren, beobachteten wir mit gemischten Gefühlen die verschiedenen Wettersituationen, von Starkregen bis Sturmböen war alles dabei. Nicht unbedingt das, was man sich zum Höhlentauchen wünscht. Hinter Valence besserte sich das Wetter und unsere Stimmung dann deutlich und in Fontaine de Vaucluse angekommen war's richtig schön. Wie immer während der Schulferien konnten wir in der Dorfschule übernachten und richteten uns dort mit unserem ganzen Equipment häuslich ein. Nach und nach trafen die Freunde von der S.S.F.V (Société Spéléologique de Fontaine de Vaucluse) ein und  wir begannen mit Tauchgangsvorbereitungen. Zwischenzeitlich kam auch der Bürgermeister mit den von Département bestätigten Tauchgenehmigungen. In der Fontaine de Vaucluse ist Tauchen grundsätzlich verboten, für Mitglieder der S.S.F.V. und bei begründetem wissenschaftlichem Interesse werden Ausnahmegenehmigungen von Gemeinde und Département erteilt. Mit Paul Winkler und Thomas Soulard gab's dann noch ein ausführliches Briefing zur morgen anstehenden Video-Dokumentation und zum Tauchgang, der bis 100 m Tiefe geplant ist.

 

Am nächsten Morgen machen wir uns um 6:00 Uhr mit dem Land Rover  auf den Weg zur Quelle, auf einem Weg, der sonst nur Fußgängern vorbehalten ist. Wegen unserem umfangreichen Equipment sind wir sehr dankbar über diese Sondergenehmigung. Alles wird zügig entladen, wieder runter zur Schule, die zweite Fuhre einladen, wieder zur Quelle hoch, ausladen, rückwärts runter, um 8:45 ist alles erledigt. Zeit hatten wir bis 9:00, da öffnen die Souvenirstände und die ersten Touristen kommen. Jetzt beginnt der unterhaltsame Teil des Ausflugs, wir müssen unser gesamtes Tauch- und Kameraequipment zum Quellteich hinunter tragen, das heißt für jeden 5-6 mal runter und wieder hoch. Danach ist es nicht ratsam, gleich zu tauchen, also machen wir 1 Stunde Pause und nehmen konzentierte Kohlehydrate und reichlich Flüssigkeit zu uns. Im Schatten des Quellportals rödeln wir langsam an (bloß nicht schwitzen anfangen) und sind schließlich gegen 11:30 im Wasser.

 

Einmal abgetaucht, umfängt mich schnell wieder die mystische Vaucluse-Atmosphäre. Trotz vieler Tauchgänge in der Quelle geht mir das immer noch so. Wir tauchen langsam ab, vorbei an Blockwerk und "Ottonelli's Boot". Die Sicht ist nicht besonders, 2 Freunde von der S.S.F.V. haben am Tag zuvor die Permanentleine im Eingangsbereich erneuert. Ich weiß, dass das mit zunehmender Tiefe besser werden muss. Wir wechseln auf das 12/60, sinken auf  -40 m und deponieren unser erstes Dekogas (35/35) für den Rückweg. Dort schalten wir auch die LED Videoleuchten und die Apollo HMI 200 W an. Die erhebliche Investition für die Apollo hat sich gelohnt, das Ding macht richtig Licht. Thomas taucht mit einer 50 W HID Leine legend vorne, Paul folgt mit der Apollo HMI 200 W, ich folge mit der HD Kamera. Die Sicht ist nun fantastisch. Gemächlich gehen wir tiefer, bemüht, die Abstände bei zu behalten. Sonst wäre einer mal im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr im Bild. Die auf -40 m beginnende "Salle de la Cathédrale" vermittelt den Eindruck von Weltraum, sie fällt im 60° Winkel ab und wir sinken vom optischen Eindruck her ins Bodenlose.  Vorbei an -60 m, -80 m und -90 m nähern wir uns unserem heutigen Ziel, der Kante, wo die "Salle de la Cathédrale" in den "Grand Puits" übergeht. Und, wie's halt manchmal so läuft, fängt ein Injektor von Paul's PSCR das blasen an. Grund genug, den Tauchgang an dieser Stelle zu canceln. Wir machen uns auf den Rückweg, dekomprimieren uns langsam nach oben und haben so die Gelegenheit, bei den Dekostops noch einiges an Videomaterial zu bekommen. Wir nehmen unser 35/35 auf, dekomprimieren uns hoch bis zur "Salle de Barque" zu "Ottonelli's Boot", dort steigen wir um auf 50/25. Langsam dem Ausgang entgegen tauchend, gelingen noch interessante Einstellungen. Die 40 Minuten auf O2 sind dank Anzugheizung ganz gemütlich. Die Gesamttauchzeit war 2:45 Stunden. Einmal aus dem Wasser, muss jeder erstmal seine Eindrücke von diesem fantastischen Tauchgang los werden. Das gibt uns dann auch die Gelegenheit zu einer Stunde Pause, bevor das gesamte Equipment wieder den Quelltrichter hoch muss.

 

Der für den nächsten Tag geplante weitere Videotauchgang entfällt, weil es in der Nacht zu regnen beginnt und die Verhältnisse in der Quelle sich drastisch verschlechtern. Wir haben aber, trotz schwieriger Bedingungen, gutes Videomaterial und planen schon für nächstes Jahr.